Kenia

Wir sind stolz darauf, in Kenia mit Trees for the Future zusammenzuarbeiten, um die Wiederaufforstung eines von jahrelanger Abholzung zerstörten Landes zu unterstützen.

Die Landwirtschaft dominiert die kenianische Wirtschaft. 15–17 % der gesamten Landfläche Kenias sind ausreichend fruchtbar und können dank regelmäßiger Niederschläge bewirtschaftet werden. Die kenianische Regierung arbeitet derzeit mit öffentlichen und privaten Interessengruppen zusammen, um den gegenwärtigen Baumbestand von 6,2 % auf 10 % zu erweitern. Besonders wichtig für die Erreichung dieses Ziels ist die Agroforstwirtschaft. Unsere Waldgartenprojekte werden nicht nur zu dieser massiven Landschaftsinitiative beitragen, sondern auch Kleinbauern und ihren Familien helfen, ihre nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken zu verbessern und ihre Ernährungssicherheit zu steigern.

Bäume insgesamt

Warum Kenia?

Die Regenwaldfläche in Kenia verringert sich rapide und hat den Punkt erreicht, an dem nur noch zwei Prozent der ursprünglichen Waldfläche übriggeblieben sind.  Mount Kenya, der zweithöchste Berg Afrikas, beherbergt eine der größten Waldflächen des Landes. Ein Großteil dieser üppigen Fläche verwandelt sich jedoch immer mehr in Wüste.  So ist bereits ein Drittel der Bäume des Mount Kenya durch illegale Aktivitäten wie Holzeinschlag und Verbrennung von Holzkohle verlorengegangen.  Da die Wälder auch dazu beitragen, das natürliche Wasser des Berges zu erhalten, ist in vielen Flüssen in den letzten Jahren das Wasservolumen zurückgegangen.

Die örtlichen Gemeinden leiden unter dem Mangel an Ackerland sowie unter mangelndem Wissen über eine nachhaltige Bewirtschaftung.  Zudem verursacht der Wassermangel weitere Konflikte.  Am Horn von Afrika sind Millionen Haushalte in ländlichen Gegenden extrem auf die Produkte des Waldes angewiesen, nicht nur als Nahrungs-, sondern auch als Einkommensquelle.  Diese Wälder liefern wichtige Erträge, von Obst über Honig, Kautschuk und Harz bis hin zu Heilpflanzen.  Die Einheimischen verdienen Geld, indem sie diese Produkte sammeln und verkaufen. Umgestürzte Bäume bieten sie außerdem als Brennholz an sowie Blätter und Gras als Futtermittel.  Da Kenias Wirtschaft auf natürlichen Ressourcen basiert, die allmählich schwinden, besteht ein enormer Druck.  Hungersnot und die wachsende Bevölkerung haben weitgehende negative Auswirkungen.

tentree unterstützt große Aufforstungsprojekte in Zentral- und Westkenia, beispielsweise im Mount-Kenya-Massiv und im Kakamega Forest National Reserve. Unser Partner vor Ort arbeitet mit lokalen Gemeinden, einschließlich Frauengruppen und Handelsschulen, zusammen, um die Menschen über nachhaltige Landwirtschaft und Agroforstwirtschaft aufzuklären.  Durch das Pflanzen von 100.000 Bäumen können fünf bis zehn feste Arbeitsplätze und 100 bis 200 saisonale Stellen geschaffen werden.  Darüber hinaus hat die kenianische Regierung ein Projekt namens „Greening School Initiative“ ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, Baumschulen in Schulen einzurichten. So lernen die Kinder, sich um die Sämlinge zu kümmern.

Die Auswirkungen

Werkzeuge

Wir stellen Samen, Pflanzgefäße, Gießkannen, Schubkarren und Schaufeln bereit.

Unternehmertum

Wir unterstützen Gemeinden beim Errichten von Waldgärten, um so lukrative Marktchancen zu schaffen, den Zugang zu Obst und Gemüse zu verbessern und Futter für Vieh und Bienen zu produzieren.

Empowerment

Indem wir die Bauern umfassend schulen und ihnen Baum- und Gemüsesamen, Pflanzmaterialien und -werkzeuge bereitstellen, befähigen wir sie, einen eigenen Garten anzubauen und so ihre Selbstständigkeit zu steigern.

Verantwortung

Große Landwirte nehmen an einem jährlichen Orientierungs- und Planungsprogramm teil. Die großen Landwirte werden während der gesamten Laufzeit des Projekts mit ihren Bauern zusammenarbeiten und diese unterstützen.

Die Bäume

Wir pflanzen eine Vielzahl von Bäumen und Pflanzen unter Nutzung des Waldgartenmodells. Ein Waldgarten ist ein nachhaltiges Agroforstsystem, das die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der einzelnen Bauern erfüllt. Die Gesellschaft profitiert zudem allgemein von der biologischen Erhaltung, Kohlenstoffbindung und anderen wertvollen Vorteilen. In der Agroforstwirtschaft müssen die Landwirte sowohl horizontal als auch vertikal denken. Ein Waldgarten ist ein perfektes Beispiel dafür. Ein Waldgarten wird auch als Permakultur, Polykultur und analoge Forstwirtschaft bezeichnet. Letztendlich handelt es sich um ein Produktionssystem, bei dem Produkte auf verschiedenen Ebenen angebaut und geerntet werden.

Fieber-Akazie

Eine Akazienart, die für ihre Widerstandsfähigkeit im afrikanischen Trockengebiet bekannt ist. Akazien sind sehr vielfältig und kommen in den meisten Regionen der Welt vor. Obwohl viele der beliebten Agroforstarten keine Dornen haben, sind insbesondere in Afrika einige Arten mit Dornen ausgestattet, da sie sich so vor Verbiss schützen und Wasser aufbewahren.

Anpflanzung

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Gärtnereibewirt
schaftung

Der Hauptgrund für die Errichtung eines Waldgartens besteht darin, die Bedürfnisse der Einheimischen auf nachhaltige Weise zu erfüllen und einen marktfähigen Überschuss zu erzielen, indem das Land maximal genutzt wird. Dieses Konzept berücksichtigt die symbiotischen Beziehungen zwischen Pflanzen, Tieren und Mikroben und vermeidet das Risiko, von einigen wenigen Pflanzen wirtschaftlich abhängig zu sein. Darüber hinaus nutzt ein Waldgarten die organischen Düngemittel und die Schädlingsbekämpfung der Natur. Bei richtiger Bewirtschaftung werden Obst und Gemüse von weitaus höherer Qualität erzeugt, als dies bei Monokulturen möglich wäre.

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Waldgartenanalyse und gestaltung

Es gibt viele Faktoren, die bei der Gestaltung eines Waldgartens berücksichtigt werden müssen, wie zum Beispiel die Baum- und Pflanzenarten sowie die Lage von Windschutz-Pflanzen und lebenden Zäunen. Die Koordinatoren von TREES arbeiten mit Bauern zusammen, um zu gewährleisten, dass ihre Gärten erfolgreich wachsen werden.

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Anbau und Pflege von Sämlingen

Die Koordinatoren und Techniker von TREES koordinieren die Projektaktivitäten und Partner vor Ort. Sie begleiten die großen Landwirte und bieten ihnen technische und administrative Unterstützung, Schulungen und Erweiterungsmanagement sowie Überwachungs- und Bewertungsprozesse.

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Optimierung der Produktivität und Rentabilität des Landes

Die Landwirten können an dem vierjährigen Waldgartenprojekt teilnehmen und die bereitgestellten Baum- und Gemüsesamen, Pflanzmaterialien und -werkzeuge sowie die umfassende Schulung in Anspruch nehmen. Wir möchten, dass jeder teilnehmende Landwirt im Laufe des vierjährigen Projekts einen Waldgarten errichtet, der ein nachhaltiges Einkommen, Ernährungssicherheit und bessere natürliche Ressourcen wie Baumbestand und fruchtbaren Boden bietet. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie Zeit für die Teilnahme an Schulungen, Land zum Pflanzen der Bäume und Arbeitskräfte für den Anbau von Sämlingen und die Einrichtung und Pflege der Waldgärten einbringen.

Andere gepflanzte Baumarten

Wasserbirne

Sowohl ihre Früchte als auch Blätter sind essbar; das Fruchtfleisch und die Fruchtschale werden genutzt, während die Samen verworfen werden.

Afrikanischer Tulpenbaum

Kann als Lebensmittel, Holz und Medizin verwendet werden.

Afrikanische Kirsche

Wird als Heilmittel für Fieber, Verwirrung, Malaria, Nierenerkrankungen, Gonorrhö und Magenschmerzen sowie als Wundauflage, Pfeilgift, Abführmittel und Appetitanreger verwendet.